Wald-Bühne


Eine Klanginstallation
SS 2017

Studierende

Lukas Fritz


Studiengänge

Freie Kunst


Richtung

Audiovisuelle Kunst/sound art


Projektart

Diplom

Im Konzept meiner Arbeit befasse ich mich mit analog erzeugten Klängen. Diese enthalten Elemente, wie sie auch in Mundharmonikas, Harmonien und Akkordeons eingesetzt bzw. verwendet werden. Mir war es wichtig, solche analog erzeugten Klänge auszuwählen, da sie eine besondere Energie und Klangatmosphäre erzeugen können. Da es eine gänzlich"ortsbezogene" Arbeit ist, entwickelten sich einige wichtige Stadien während des eigentlichen Arbeitsprozesses. Als Ort wählte ich die Waldbühne im Deutsch-Französischen Garten, Saarbrücken, aus.

Die Waldbühne wurde von mir mit mehreren Klangquellen ausgestattet. Dafür habe ich sieben Vogelbrutkästen umgebaut, die rund um die Bühne in Bäumen aufgehängt wurden. Im Inneren der Brutkästen wurde die Technik untergebracht: Ein Akku, der einen Lüfter betreibt. Dieser Lüfter betreibt wiederum die Klangelemente selbst. Klangelemente, von mir selbst aus Mundharmonika und Harmonien hergestellt, wurden von mir aufgebaut und auf bestimmte Frequenzen abgestimmt. Diese Frequenzen basieren auf den Tönen A, E und D samt ihren Oktaven und wurden auf dem gesamten Platz verteilt, um so eine zusätzliche besondere Klangatmosphäre zu erzeugen.

Unter der Waldbühne platzierte ich ein Harmonium, welches ich zuvor bis auf seine Basis zerlegte, um es komplett modifiziert neu aufzubauen: Mit Lüften ausgestattet wurde es so zu einem neuen atmosphärischen Instrument, ich habe auch dieses auf definierte Töne eingestellt bzw. eingestimmt.

Dieser Zusammenklang schafft eine ganz besondere Atmosphäre die es dem Besucher ermöglicht, während er sich auf dem Gelände bewegt, ganz neue klangliche Erfahrungen zu machen und dabei immer wieder subtile Veränderungen wahrzunehmen bzw. zu entdecken.

Zusätzlich habe ich ein Harmonium auf der Bühne platziert, welches sich ebenfalls mit Lüften ausgestattete, die mit Akkus betrieben werden. Auf diesem Harmonium präsentierte ich im Dialog mit meiner Klanginstallation eine Performance. Die von mir gespielten Töne dieser Performance waren intuitiv angepasst an die umliegenden Klänge der Klanginstallation mit atmosphärischen Variationen und Übergängen.

In meinem ursprünglichen Konzept war es vorgesehen, an den Strahlern der Lampen Klangelemente zu platzieren, aber während des Arbeitsprozesses stellte ich fest, dass es da einen besonders unterstützenden Effekt gab, wenn diese Laternen eingeschaltet waren und so waren sie in der abgeschlossenen Arbeit in Betrieb. Dieser Dialog zwischen dem Licht der Lampen und dem daneben liegenden klingenden Brutkasten durch den Prozess entstandene sehr interessante Entdeckung.

Auch die Entstehung der verschiedenen Klänge und Atmosphären in den Zwischenräumen der Klangquellen, wo sich die Klänge von den verschiedenen Orten trafen, hat im Arbeitsprozess zu weiteren interessanten Entdeckungen geführt.

So gelang es, eine Klangsymphonie zu erzeugen, die den Ort selbst "erhob" und sich mit ihm durch den erzeugten Klang verband. Eine entschleunigte Atmosphäre mit der Möglichkeit vom hastigen Alltag zu entspannen, die Möglichkeit, mehr zu sich selbst zu kommen.