Vorratssammlung


SS 2018

Studierende

Alexandra Vervoort


Studiengänge

Kunsterziehung


Richtung

Installation


Projektart

Abschlussarbeit Lehramt

Wir sammeln an.
Suchen die perfekte, einzigartige und möglichst unversehrte Version eines Dinges, das wir meinen zu brauchen, das unser Leben besser machen soll. Die große Anhäufung aus möglichst vielen Varianten dieser Dinge macht uns glücklich.
Wir legen Vorräte an, für schlechte Zeiten. Behalten Dinge, weil wir sie irgendwann, irgendwo einmal nochmal gebrauchen könnten.
Wir umgeben uns mit einer Masse aus reproduzierbaren, banalen Dingen ohne emotionalen Wert.
Wir kaufen Kleidung, die die Welt in Abgründe aus Giftmüll und unfairen Arbeitsbedingungen stürzt und leben trotzdem weiter. Darüber hinaus kann der Kauf eben dieser Dinge uns sogar glücklich machen.
Wir erben Nachlass. Sortieren als Kinder das Leben unserer Eltern und entscheiden, was Müll ist, was wichtig ist. Obwohl es eben diese reproduzierbaren, ersetzbaren Dinge sind. Obwohl es Menschen gehört hat, die wir mit jedem Teil unseres Körpers vermissen und wieder herbeisehnen.
Wir hinterlassen Nachlass. Wir hinterlassen der Welt etwas. Unseren privaten Besitz. Unseren unbewussten Vorrat. Unsere uns glücklich machende Anhäufung. Unsere gezielte zusammengestellte Sammlung.
Wir gebrauchen und verbrauchen, sammeln und horten.
Wir versuchen uns zu trennen und doch trotzdem hat doch jeder Mensch dieses eine Dinge oder diese eine Ansammlung aus Dingen, die aus anderen Augen betrachtet banal und unsinnig ist, die aber für diesen einen Menschen ein Leben bedeutet.

Diese Arbeit besteht aus der dreißig Jahren alten, textilen Sammlung der Künstlerin, die nach der Ausstellung wieder zurück in ihren Urzustand zurückgeführt wurde. Die Arbeit bildet einen temporären Zustand des Sortierens, Umwälzens und Überdenkens ab.