Vorhallen


Installationen & Performances im Erweiterungsbau des Saarlandmuseums
SS 2015, WS 2014/15

Studierende

Akosua Adu-Sanyah
Richard Engel
Jill Els
Martin Fell
Malika Hagemann
Rosita Patricia Hofmann
Anna Jochum
Ida Kammerloch
Anja Khersonska
Jennifer Lubahn
Hyeonchae Oh
Lisa Marie Schmitt
Thilo Seidel
Michael Voigt


Lehrende

Prof. Eric Lanz


Richtung

Performance
Installation
Fotografie
Film/Video
Lichtkunst/Lichtdesign
Plastik/Bildhauerei
Performative Installation


Projektart

Semesterprojekt
Ausstellung

Ausstellungsansicht - Anna Jochum

Der Rohbau des Erweiterungsgebäudes der Modernen Galerie des Saarlandmuseums verkörpert einen ganz besonderen Zustand. Um ihn zu begreifen, muss man die komplexen Gründe und die Umstände, aus denen dieser Zustand erwachsen ist, für einen Moment beiseite lassen. Durch die Unterbrechung der Arbeiten an seiner Fertigstellung gehindert, wirkt er noch wie bestellt und nicht abgeholt... Anders ausgedrückt: Er ist einerseits ganz real – der nackte Beton belegt dies eindrucksvoll. Andererseits ist er aber auch eine Hülle mit Möglichkeiten, ein potenzielles Gebäude, dessen Gestaltung noch stark verändert werden kann und auch wird.

 

In unserer schnelllebigen und durch Produktivität geprägten Zeit ist ein solcher Zustand einmalig. Er wird dadurch noch bemerkenswerter, dass die Bestimmung der Räume, nämlich die Konservierung und Präsentation von Kunst, an vielen antizipierenden Details des Rohbaus abzulesen ist. Diese planvoll umbaute Leere und dieser dem Alltag entzogene Stillstand sind für junge Künstler besonders spannende Bedingungen, die nun eine Gruppe von 14 Studierenden der HBKsaar künstlerisch auslotet. Die Möglichkeit, mit der schieren Größe der Räumlichkeiten umzugehen, ohne gleichzeitig einer lähmenden Ehrfurcht vor der musealen Endgültigkeit zu erliegen, birgt ein enormes schöpferisches Potenzial. Dieses wird durch die jungen Künstler mit ephemeren Eingriffen, mit flüchtigen Materialien und mobilen Techniken erschlossen. Die Arbeiten der Studierenden gehen in ihrem Raumbezug in die Vollen, ohne dabei jedoch eine Materialschlacht zu veranstalten. Sie beziehen sich sowohl auf die materielle Beschaffenheit des Ortes, auf seine vielfältigen Lichtverhältnisse, als auch auf seine ganz besondere Akustik. Sie befassen sich aber auch inhaltlich mit seiner Körperhaftigkeit, welche der Immaterialität unsrerer digitalen Gesellschaft zu trotzen scheint, und gehen mit Witz und Sinnlichkeit mit der Situation um.

 

Nach einer längeren Entdeckungs- und Experimentierphase seit Herbst vergangenen Jahres sind unter der Betreuung von Prof. Eric Lanz, in der Folge seiner Teilnahme an der Ausstellung "Mapping The Museum", eine Reihe von Arbeiten für den Ort entwickelt worden. Diese wurden am 1. Juli im Rahmen von Führungen durch die beteiligten Studierenden dem Publikum zugänglich gemacht.