"The dancing plant"


SS 2015

Studierende

Lisa Marie Schmitt


Lehrende

Prof. Eric Lanz


Studiengänge

Freie Kunst


Richtung

Zeichnung
Audiovisuelle Kunst/sound art
Film/Video
Medienkunst


Projektart

Diplom

Lisa Marie Schmitt: "The dancing plant", Skulptur, Titel: “Hörglas“, Materialien: Glas, Messing, Filz, Pflanze; Diplom 2015

Schon immer habe ich mich gefragt, wie Pflanzen als Lebewesen die Welt wahrnehmen. Sie sind stumm und können sich augenscheinlich nicht bewegen. Wir sind ständig von ihnen umgeben. Wenn wir im Wald sind, laufen wir durch die „Landschaft“, aber wir laufen auch durch eine riesige Gruppe von Lebewesen. Als Zimmerpflanzen stehen sie in unseren Wohnungen. Dabei wissen wir als Individuen sehr wenig darüber, wie wir diese Wesen beeinflussen, welchen Einfluss diese auf uns nehmen und wie sie untereinander kommunizieren.

In meiner Recherche um das Bewusstsein von Pflanzen bin ich auf eine besondere Pflanze gestoßen: Die "dancing plant", "telegraph plant" oder "Desmodium Gyrans" genannt. Sie ist eine unscheinbare Bohnenpflanze mit kleinen Blüten und kleinen Bohnenfrüchten, die hauptsächlich in Süd-Ost-Asien verbreitet ist. Das besondere an ihr ist, dass sie sich nicht nur wie andere Pflanzen nach dem Licht ausrichtet, sondern, dass ihre Blätter mit sichtbaren Bewegungen auf Vibrationen und Frequenzen mit einer Art "Tanz" reagieren. Bis heute ist nicht wirklich bewiesen, welchen Nutzen ihr diese Bewegungen erbringen. Es wird ihr sogar nachgesagt, dass sie auf die gleiche Musik stets mit den gleichen Tanzbewegungen reagiert und diese mit der Zeit immer flüssiger und geübter erscheinen. Für meine Diplomarbeit habe ich eine solche Pflanze aufgezogen und beobachtet. Erstaunlich war unter anderem dabei, wie sensibel die Pflanze reagierte. In totaler Stille im Atelier wuchs sie zügig heran, unter harmonischer Musik wippte sie leicht mit den Blättern, doch als Gäste im Atelier schliefen, die Lärm verursachten, abends Bier tranken und laut sprachen, verschlechterte ihr Zustand sich immens, innerhalb von drei Tagen und verlor alle Blätter bis auf eines. Nachdem die Gäste abgereist waren, bekam sie innerhalb weniger Tage wieder mehrere Blätter und das, obwohl die Klimabedingungen im Minigewächshaus im Atelier stets gleichgeblieben waren.