Memoria



Studierende

Lukas Jochum


Studiengänge

Kommunikationsdesign


Projektart

Bachelor

Die Arbeit Memoria befasst sich mit dem Erinnerungsvermögen des Menschen. Aus der Suche nach Lösungen für eine verbesserte Gedächtnisleistung entstand eine wissenschaftliche Abhandlung über die Stationen, die eine Information durchläuft, sobald sie vom Individuum aufgenommen wird. Dieser Lauftext ist die Grundlage des Buches und enthält wissenschaftliche Fakten sowie eigene Interpretationen und Schlussfolgerungen. Er findet seinen Höhepunkt in der „Entdeckung“ des Schlüsselreizes, der die zentrale Thematik der Arbeit bildet. In diese Erklärung sind persönliche Erinnerungsfragmente eingearbeitet, die zunächst willkürlich erscheinen. Sie spiegeln unser sprunghaftes Instinktverhalten beim Wahrnehmen von Schlüsselreizen wider. Mit fortschreitendem Text und tiefer gehenden Informationen fügen sich diese Abschnitte immer mehr in das Gestaltungsraster ein. Die Erinnerungen sind auf Transparentpapier festgehalten, was einerseits die Leichtigkeit eines Gedankens symbolisiert, andererseits den Eindruck mehrerer Ebenen vermittelt, da die wissenschaftlichen Fakten stets lesbar bleiben. Das Transparentpapier wurde spiegelverkehrt rückseitig bedruckt, sodass ein ständiger Schleier über den Worten zu liegen scheint. Wird dieser Schleier „gelüftet“, sind die Erinnerungen nicht mehr lesbar.
Die Erinnerungsfragmente passen jeweils zu bestimmten Schlüsselreizen im hintergründigen Text- oder Bildmaterial, wobei nicht immer klar ist, wo genau der Reiz an sich auftaucht.
Gebunden wurde die Arbeit mit einer japanischen Stabbuchbindung aus gewachstem Naturgarn.
Die Präsentation der Arbeit greift das Thema der Schlüsselreize und der Flüchtigkeit von Gedanken auf. Schwebende Erinnerungsfragmente in unterschiedlichen Größen zeigen symbolisieren das Unterbewusstsein des Menschen, während ein Arrangement am Boden sortierte Erinnerungen mit zugehörigen Schlüsselreizen präsentiert.
Beide Ebenen in Text und Präsentation sind in konträren Schriften verfasst. Sie erzeugen eine Reibung zwischen Fakten und Fiktionen bzw. Realität und Gedankenwelt.