Leitlicht - Neuinterpretation historischer Glas-Licht-Elemente


SS 2018

Studierende

Nicole Fleisch


Studiengänge

Produktdesign


Richtung

Lichtkunst/Lichtdesign


Projektart

Diplom

In einer vorangegangenen theoretischen Auseinandersetzung mit dem Thema Licht (Untertitel: brauchen und fühlen) geht es um physikalisches Verständnis, Historie und Einfluss.
Entstanden ist hieraus eine Neuinterpretation historischer Glas‐Licht‐Elemente. Wobei die physikalische Lichtwandlung der so genannten Schusterkugel und der Fresnellinse miteinander kombiniert werden.
Die aus dem Mittelalter stammende Schusterkugel ist eine mit Wasser gefüllte Glaskugel, die das diffuse Licht einer Kerze bündelt, konzentriert auf den Arbeitsbereich des Handwerkers.
Die Fresnellinse wurde um 1822 von Augustin Jean Fresnel ursprünglich für Leuchttürme entwickelt. Sie kann das diffuse Licht einer Petroleumlampe gleichgerichtet entlang einer Achse über eine große Distanz bündeln. Sie wird heute auch in Leuchten verwendet, um Blicke, Wege und Richtungen zu leiten; beispielsweise in Autoscheinwerfern und in der Theaterbeleuchtung.
Die neu entwickelten Glas‐Licht‐Elemente sind in ihrer technischen Ausführung weniger wissenschaftlich perfekt, als spielerisch interaktiv für die Beleuchtung eingesetzt. War es vor allem die Idee, den diffusen Schein eines Kerzenlichts durch die Führung im flüssigen Medium und durch eine gezielte Oberflächenstruktur der Glaskugel in eine
definierte Gestalt zu bringen. Mit der ringförmig angeordneten Oberfläche, wie die einer Fresnellinse, wird Blendung durch direkten Blick auf die Lichtquelle verhindert. Das Licht zum Brennpunkt, zu dem es bei der ursprünglichen Schusterkugel gebündelt wird, verteilt sich in paralleler Ableitung durch die kreisförmig definierte Glasstruktur, ähnlich wie die der Fresnellinse.
In Ausführungsvarianten ist die Lichtquelle mal außerhalb des Glasobjekts und mal im Glasobjekt positioniert. Dabei kann durch den modularen Deckel zwischen Teelicht oder moderner LED gewählt werden. Sie erhält ihre Stromversorgung über einen Kontaktbereich zum Auflagegestell. Das Glasobjekt selbst wurde wiederum in zwei unterschiedliche Varianten gefasst: symmetrisch und asymmetrisch. Die Glasobjekte können inklusive
Deckel untereinander ausgetauscht werden, können in ihrer asymmetrischen Variante zum Raum oder zur Wand strahlen. Zusätzliche Reflektoren, mit oder ohne Lichtquelle, verstärken die Intensität.
Ein weiterer, ganz entscheidender Aspekt des aktiven Designs, ist die Wahl des flüssigen Mediums zur Befüllung der Glas‐Licht‐Elemente. Durch das Färben von Wasser, beispielsweise mit Lebensmittelfarbe, wird eine Einflussnahme auf die Lichtfarbe ermöglicht. Es kann somit auf Stimmung und umgebendes Ambiente eingegangen werden. Durch die Wahl und den Einsatz der Einheit Kelvin, sonst gewöhnlich über die Lichtquelle, wie beispielsweise einer LED, wird die Farbtemperatur des Lichtes bestimmt. Arbeitslicht im bläulichen Tageslichtbereich von 5000 Kelvin oder dem stimmungsvollen rotgelb Bereich von 1500 Kelvin wie bei Kerzenlicht, die physische Wirkung von Lichtfarbe ist
wissenschaftlich bewiesen.
LEITLICHT ist eine Produktreihe von Leuchten, die einen bewussten Umgang mit Licht bedeutet.