Kolloquium des Masterschwerpunkt Comic/Graphic Novel


Arbeiten aus dem Bereich Comic/Graphic Novel und Illustration
WS 2021/22

Projektbetreuung

Jonathan Kunz


Richtung

Illustration/Comic
Comic / Graphic Novel


Projektart

Semesterprojekt

Es sind wieder viele spannende Projekte in den Bereichen Comic/Graphic Novel und Illustration entstanden, die Jonathan Kunz im wöchentlichen Kolloquium betreut hat. Ziel dieses Kolloquium ist es große und kleine Projekte in verschiedenen Detailgraden gemeinsam zu besprechen, den Blick auf die eigene Arbeit zu schärfen und sich in jeglicher Hinsicht zu professionalisieren und auf die Arbeitswelt vorzubereiten. Die Vielfalt der künstlerischen Herangehensweisen zeigt sich am besten an den einzelnen Projekten der Studierenden.

So hat Jens Maier beispielsweise die Schnittstelle zwischen Theaterbühne und Comickomposition beleuchtet, sowohl narrativ als auch gestalterisch. Er zeichnet eine Graphic Novel, die den erzählerischen Aufbau eines Dramas hat und Machtstrukturen und deren Missbrauch thematisiert.

Luzie Christ hat eine Stadtkarte entwickelt, die Veganer*innen durch Saarbrücken führen soll. Die Illustrationen sind darauf ausgelegt, Lust auf Entdeckungen zu machen und verfolgen gleichzeitig die Funktion eine Orientierungshilfe im urbanen Raum zu sein. Luzie hat außerdem eine Graphic Novel begonnen, die Hund und Frauchen und besonders die Kommunikation zwischen Tier und Mensch behandelt. Eine slice-of-life Geschichte der besonderen Art.

Die Meisterstudentinnen Sophie Lessure und Luisa Bäßmann haben sich im Eiltempo professionalisiert. Sophie hat u.a. eine Ausschreibung zur Gestaltung eines Weinetiketts gewonnen und arbeitet an der Schnittstelle von Comic und Illustration im Auftragsbereich und im losgelösten künstlerischen Kontext. Genauso wie Luisa, die ebenfalls eine wichtige Ausschreibung für sich entscheiden konnte. Sie illustriert derzeit ein Kinderbuch, das gleichzeitig die Funktion eines Reiseführers für das Saarland hat.

Ulrich Klausenitzer hat eine aufwändige Graphic Novel vollendet, die einen intergalaktischen Krieg behandelt, der letztlich auf familiäre Streitigkeiten zurückgeht. Was auf den ersten Blick wie ein lustiger, bunter Comic wirkt, ist gleichzeitig auch eine eingehende Auseinandersetzung mit Themen wie Rassismus, Ausgrenzung und Einsamkeit.

Rufus Kahn arbeitet ebenfalls an einer Graphic Novel, die in verschiedenen Episoden eine Heldengeschichte und Suche nach der sexuellen Identität erzählt. Dabei analysiert er gleichzeitig die Historie von der Unterdrückung von nicht-binären Geschlechtsidentitäten und erschafft ein eindrucksvolles Leseerlebnis, das sowohl unterhält, bildet und emotional berührt.

Die Meisterstudentin Iris Schäffer hat ein Webcomicformat entwickelt, das Alltagsphänomene beleuchtet und gleichzeitig einen tiefgreifenden Einblick in das persönliche Leben gewährt. In vier Panels zeigt sie Beobachtungen über sich selbst und über ihre Umwelt. Besonders interessant sind die Reflexionen über ihren christlichen Glauben. Als The Amazing Iris hat sie eine Präsenz auf verschiedenen Internetplattformen wie Webtoon, Taps und Instagram aufgebaut.

Eric Heit arbeitet an einer hochkomplexen Graphic Novel und der Schnittstelle zum Bewegtbild. Dabei entwickelt er narrative Muster und Einzelcharaktere, die wiederum in einem sozialen Netz auftauchen. Inhaltlich wird seine Geschichte von einem Genremix geprägt, der die hohe erzählerische Dichte seiner Arbeit zeigt.

Sebastian Wachs treibt die eigene Professionalisierung entschieden voran und arbeitet sowohl an Illustrationsaufträgen, als auch an sequentiellen Bilderzählungen. Er kann mittlerweile zwei Verlagsveröffentlichungen vorweisen und arbeitet unermüdlich an neuen Geschichten.

Jens Mayer und Simon Betz animieren eine eigene Kurzgeschichte. Es geht um einen Boxkampf, der wortwörtlich nur ein Kinderspiel ist. Dabei mischen sie analoge und digitale Techniken und schaffen ein eindrucksvolles Zusammenspiel von bewegter Illustration und Typografie.

Besnik Spahijaj hat seine Abschlussarbeit fertig gestellt, die die tiefpersönliche Familiengeschichte beleuchtet und gleichzeitig eine Auseinandersetzung mit den Jugoslawienkriegen ist. Auf aufwändigen Seitenkompositionen schafft er es, sowohl Hintergründe zu einer komplexen politischen Gemengelage zu liefern, als auch ein Personengerüst zu etablieren, das geprägt ist von Zuneigung, Angst und menschlicher Verbindlichkeit.

Lucia Rein und Tim Stöcker setzen sich in ihrer Abschlussarbeit mit den großen systemischen Problemen der Jetztzeit auseinander. Sie analysieren illustrativ und erzählerisch Themen wie Klimawandel und soziale Ungerechtigkeit und zeigen den eigenen Umgang damit. Eine herausragende Arbeit in Zeiten der maximalen Unsicherheit.