42 - Drucken auf Reisen. Eine Wanderschaft.


WS 2018/19

Studierende

Janine Wichmann


Studiengänge

Kommunikationsdesign


Projektart

Diplom

»Ich drucke und ich reise, entdecke neue Orte, lerne Menschen kennen und suche Inspiration. Unterwegs als Wanderdruckerin.«

Die Geschichte der Wanderdrucker geht weit zurück. Gedruckt wurde unterwegs, man besuchte Werkstätten, lernte neue Drucktechniken und bildete sich weiter. Dieses entstehende Wissen war ein entscheidender Schritt, um als Handwerker eine eigene Werkstatt leiten zu können und sich als Druckkünstler weiter zu entwickeln.

»In meiner Diplomarbeit habe ich mich mit dieser Tradition beschäftigt. Unterwegs von Saarbrücken nach Belgien, über die Niederlande und zurück in das Saarland, sind an jedem Tag meiner Reise neue, handgedruckte Arbeiten entstanden. Ich habe interaktiv mit meiner Umgebung gearbeitet und mir diese für das Drucken auf der Wanderschaft zu Nutze gemacht. In meinem Gepäck hatte ich eine Auswahl an Druckutensilien, wie Linol oder Graupappe, Farbe, eine Walze, Papier, Schneidwerkzeug, Klebstoff und vieles, was mir das Drucken im urbanen Raum vereinfacht hat. Meine gesamte Arbeit soll den analogen Druck, speziell den Umgang im Hochdruckverfahren, in den Vordergrund stellen und gleichzeitig meine Reise, den Prozess und Eindrücke fotografisch festhalten und dem Betrachter näher bringen. Die Möglichkeit zu haben, neue Orte zu erkunden und kennenzulernen ist immer etwas Besonderes. Als Gestalterin nehme ich meine Umgebung meist sehr intensiv wahr. In den 42 Tagen meiner Wanderschaft habe ich mich durch vieles inspirieren lassen und neben der Leidenschaft zum Druckhandwerk auch meine Begeisterung für das Fotografieren wiedergefunden. Ich habe mich sehr bewusst mit der Gestaltung meiner Druckgrafiken auseinander gesetzt und immer wieder versucht meine einfache Formensprache beizubehalten. Nach einer gewissen Zeit ist es wie ein geschulter Blick, der mich auf Figuren und Muster im urbanen Raum sowie in der Natur aufmerksam macht. Es ist die Architektur, Straßenbemalungen, Strukturen auf Pflanzen, die mich wiederkehrend inspirieren. Die Faszination für Simplizität und der Umgang mit Schwarz/Weiss Kontrasten begeistern mich schon über einen großen Zeitraum. Durch die einfache Farbgebung kommen Formen deutlich zur Geltung. Stellt man meine Grafiken der dazugehörigen und in den meisten Fällen farbigen Fotografie gegenüber, erkennt man die Intention Dinge herunter zu brechen oder Formen zu imitieren. « Zum Abschluss ist eine eine Publikation mit Reproduktionen der Drucke und Fotografien der Reise entstanden. Außerdem wurde aus den Inhalten eine Ausstellung entwickelt. Die Arbeit soll das Gefühl dieses Abenteuers festhalten, das Handwerk wiederbeleben, eine Leidenschaft weitergeben und inspirieren.