grund riss – Ein Raumessay in drei Akten


WS 2018/19

Studierende

Annabelle Liesenfeld


Studiengänge

Media Art & Design


Richtung

Film/Video


Projektart

Diplom

Wie kann man sich verabschieden? Wie können Veränderungen im Leben rituell gestaltet werden? Und wie kann man Geschichten darüber in und mit Räumen erzählen?

Im Zuge meiner Diplomarbeit ist eine begehbare, dokumentarische Rauminstallation in meiner ehemaligen Wohnung entstanden. In diesem „Raumessay“ verbindet sich die physisch erfahrbare Umgebung mit meinen persönlichen Erinnerungen und Erlebnissen. Gemeinsam bilden sie die Grundlage einer linearen Geschichte, die in drei Akten erzählt wird. Die Stationen einer klassischen Heldenreise, wie man sie aus Film und Literatur kennt, dienen dabei als roter Faden.

Durch Videoprojektionen, Soundcollagen, Texte, verschiedene Lichtkonzepte sowie sich wandelnde Objekte und Symbole findet die Geschichte in drei Räumen je unterschiedliche Ausformulierungen.

Wiederkehrende Fragmente verbinden die Räumlichkeiten miteinander und bieten dem Publikum universelle Anknüpfungspunkte für eigene Assoziationen und Erinnerungen. Brauchen manche Erzählungen eine körperliche Erfahrung, um ihre rituelle Wirkung zu entfalten? Wie kann man die materielle Grenze, wie sie beispielsweise eine Kinoleinwand oder ein Bildschirm darstellt, aufbrechen?

Durch die Öffnung und die Transformation des Wohnraums in einen inszenierten Ausstellungsraum wird das Betreten eines liminalen Raums – eines Schwellenraums möglich. Im Zustand des Dazwischen-Seins kann die Geschichte „von innen heraus“ erfahrbar werden. Stagnation und Lähmung sowie Veränderung und Progress sind alternierende Motive in dieser assoziativen Suche nach Schlüsselerlebnissen. Die Überlagerungen verschiedener Orte und Zeitpunkte aus Vergangenheit und Gegenwart verdichten sich im dritten Akt schließlich zu einem Initiationsmoment.

Im Anschluss an den letzten Akt besteht für das Publikum abschließend die Möglichkeit, sowohl symbolisch als auch haptisch, etwas loszulassen. So kann individuell Raum für Neues entstehen – für weitere Heldenreisen, die nun außerhalb der Ausstellung stattfinden.