Gestaltungsstrategie „Nachhaltigkeit“ - biologisch abbaubare Materialien und deren industrielle Verwendung


SS 2013

Studierende

Christoph Hübner


Richtung

Corporate- und Socialdesign
Industrie- und Systemdesign
Umwelt und Nachhaltigkeit


Projektart

Master

Christoph Hübner: Gestaltungsstrategie „Nachhaltigkeit“ - biologisch abbaubare Materialien und deren industrielle Verwendung, Master 2013

Das gesellschaftliche Interesse an ökologisch nachhaltigen Produkten steigt stetig. Im Zuge dessen kommt biologisch abbaubaren Materialien eine erhöhte Aufmerksamkeit zu. Für eine nachhaltige Produktentwicklung können sie viele Chancen bieten. Diese Masterarbeit befasst sich mit unterschiedlichen Aspekten zu diesem Thema. Das beginnt mit den Vor- und Nachteilen der Verwendung dieser Materialien für Produktentwürfe und beinhaltet auch deren Erzeugung und Entsorgung. Die Vielzahl der Materialien und deren unterschiedlichen Eigenschaften bieten einen weiten Gestaltungsspielraum, kann aber auch zu Missverständnissen führen. Die Möglichkeit zum biologischen Abbau eines Materials stellt nicht zwingend einen Garant für ein Produkt mit einer guten Gesamtökobilanz dar. Die Verwendung dieser Materialien ermöglicht allerdings auch die Erschließung neuer Märkte, bietet dadurch Erwerbsmöglichkeit für Erzeuger und verarbeitende Betriebe. Prinzipiell können biologisch abbaubare Materialien aufgrund ihrer ökologischen, wirtschaftlichen oder anwendungsbezogener Vorteile viele andere Materialien ersetzen. Für diese Masterarbeit wählte ich zwei Produktentwürfe, welche auf unterschiedliche Weise dieses Thema aufgreifen.

 


„Plantapack“

„Plantapack“ ist ein verrottungsfähiger Pflanzbehälter. Dieser ersetzt herkömmliche Anzuchttöpfe aus Plastik und trägt so zur Vermeidung von Müll bei. Papier dient dabei als Trägermaterial für biologisch abbaubare Folien und bildet dadurch zähe Wandungen. Der Aufbau und die Herstellung orientieren sich an Getränkekartons. „Plantapack“ eignet sich als Pflanzhilfe. Nach Aufreißen der Verpackung an den dafür vorgesehenen Laschen kann sie mit der Pflanze direkt in den Boden eingepflanzt werden. Die Verpackung verhindert so Wurzelbruch und bildet einen Trichter, der das Gießwasser direkt an die Wurzeln lenkt. „Plantapack“ kann aber auch auf dem heimischen Kompost, in der Biotonne oder über die Altpapiersammlung entsorgt werden. Die Verwendung von Recyclingpapier zur Herstellung dieser Behälter erhöht ihren ökologischen Nutzen.

 


Metakitchen

Das ökologisch orientierte Konzept von „MetaKitchen“ verfolgt das Ziel, ungenutzte Energie sinnvoll zu verwenden und dabei das Abfallaufkommen zu reduzieren. Als Studie untersucht dieser Entwurf die Machbarkeit einer Umwandlung von Küchenabfällen in brauchbare Energie in Form von Methangas. Das beim Kochen entstehende Abfallmaterial und Speisereste werden in die dafür vorgesehene Klappe gegeben. Über ein Mahlwerk werden diese zerkleinert und durch eine Schleuse in den Reaktor weitergeleitet. Dort werden sie in Gas umgewandelt, welches in einen flexiblen Speicher weitergeleitet wird. Dieser Speicher verändert je nach Füllmenge sein Volumen und gleicht damit Druckschwankungen aus. Am Gasherd kann das gespeicherte Gas zum Kochen verwendet werden. Die transparente Verkleidung gibt die Sicht auf das Innenleben des Küchenelements frei. Der Blick auf die Konstruktion und die Vorgänge im Inneren sind Teil des Gestaltungskonzepts. Dadurch wird die Funktion der Anlage kommuniziert und der Vorgang der Energieerzeugung erlebbar.