Farbfernsehen. Synästhetische Ansichten


SS 2017

Studierende

Roxane Phylicia Juhasz


Studiengänge

Kommunikationsdesign


Projektart

Bachelor

Die Bachelorarbeit Farbfernsehen umfasst das neurologische Phänomen der Synästhesie, bei der ein Reiz mehrere Sinne auf einmal anspricht. Es ist sozusagen ein vermischtes Wahrnehmen. Die bakannteste Form der Synästhesie ist das sogenannte »Audition Colorée«, übersetzt das Farbenhören, bei der ein Ton eine bestimmte Farbgebung auslöst. Allerdings gibt es unterschiedliche Arten der Synästhesie, welche bei jedem Menschen erneut individuelle Formen annehmen kann: Gesehene Farben oder Formen können zu auditiven Eindrücken führen, ein gehörtes Wort kann als geometrisches Muster erscheinen oder einen Geschmackseindruck auslösen, Gefühle wie Traurigkeit oder Freude können bestimmte Farbempfindungen erzeugen.
Da ich selbst Synästhetikerin bin, dreht sich meine Arbeit besonders um die Graphem-Farb-Synästhesie. Eine Form, bei der man Zahlen und Buchstaben beim Sehen oder Hören automatisch einer bestimmten Farbe im Kopf zuordnet (siehe Legende unten). Seither ich Zahlen und Buchstaben kenne, habe ich diese besondere Form der Sinneswahrnehmung. Aus dem Grund erschien mir das Ganze zunächst nicht sonderbar. Doch als ich feststellte, dass meine Mitmenschen diese bunte Erfahrung nicht mit mir teilen, begann ich zu recherchieren und zu analysieren und fand heraus, dass sie auf das neurologische Phänomen der Synästhesie zurückzuführen ist.
Da es mir besonders wichtig war in meinem freien Projekt für die Bachelorarbeit, etwas über mich selbst mitteilen zu dürfen, erwies sich die Synästhesie für mehr als geeignet.
Mit Farbfernsehen setzte ich mir zum Ziel, meine Wahrnehmung visuell so zu kommunizieren, dass sie der Betracher nachempfinden kann. Der Titel ist eine Anspielung auf den »farbigen« Film, welcher in meinem Kopf abläuft, während Nicht-Synästhetiker die Welt über Schwarz-Weiß-Bild weniger bunt erfahren. Die Glitch-Animationen von bekannten Logos stehen für das sinnbildliche Umswitchen und Übersetzen in meine Sichtweise. Die vielen Fernseher begründen den vermehrten Informationsfluss, welcher je nach Betrachter individuell als positiv oder negativ empfunden werden kann.
Mein persönliches Fazit:
Durch die Farbigkeit der Buchstaben und Zahlen entstehen gewisse Symphatien oder auch Abneigungen zu diesen, was mir die Arbeit gerade im Kommunikationsdesign enorm erleichtert, denn bei Namensgebungen für zu bewerbende oder zu gestaltende Produkte können bestimmte Charakteristika sehr hilfreich sein.