Entmenschlicht


SS 2019

Studierende

Laura Erbe


Studiengänge

Kommunikationsdesign


Projektart

Diplom

Laura Erbe: Entmenschlicht, Diplom 2019, Beispielseiten aus dem Frauenmagazin "La Matriarchat"

Hier geht es um mich. Genauer gesagt darum, ich zu sein. Heute. Also, eine Frau Mitte zwanzig, die irgendwas mit Medien studiert. Eigentlich sollte es viel allgemeiner um Weiblichkeit gehen und darum, was das im 21. Jahrhundert eigentlich bedeutet. Um dies herauszufinden, musste ich mich zuerst mit meiner eigenen Vorstellung von Weiblichkeit befassen. Es geht also primär um mich, ein wenig um Andere und viel um das ganze Drumherum.  Aber die Erfahrungen, die ich mache und meine daraus resultierende Wertung ist völlig subjektiv. Sie sind nun mal das, was sie sind. Meine Erfahrungen. Jemand Anderes hat einen völlig anderen Erfahrungsschatz oder ein anderes Mindset, mit denen er diese bewertet.

Ich muss mich also zunächst einmal fragen: Bin ich von Natur aus wie ich bin oder wurde mein Gehirn von Disney und Co. ordentlich gewaschen, durch die Mangel gedreht und zum Trocknen nach draußen gehangen? Schminke ich mich jeden Tag wirklich nur für mich? Wann und warum habe ich mich das erste Mal nicht schön gefühlt, und wann habe ich angefangen, Schönheit als etwas Wichtiges zu empfinden? Ist Schönheit wichtig? Um nachzuvollziehen, wie ich zu der Frau wurde, die ich heute bin und zu verstehen inwieweit ich durch gesellschaftliche Erwartungen, Filme oder Medien wie Märchen und Bücher beeinflusst wurde, werde ich ein Experiment starten.

Dreieinhalb Monate lang lasse ich mich ganz bewusst manipulieren. Ich sehe und lese alles, was ich bisher mehr oder weniger bewusst gemieden habe und ich sehe mir nur Inhalte mit, zumindest einer Prise, Rosa darin an. Romantische Komödien, »Germany’s next Topmodel« und andere Formate. Es sollte nicht nur um meinen Geist, sondern auch viel banaler, um mein Aussehen gehen. Ich habe meine Haare verändert, mehr Make-up getragen, Diäten ausprobiert und Sport gemacht. Ich habe die Tür zu dieser rosa Welt, in die ich bisher höchstens einen ironischen Blick geworfen habe, eingetreten und mich in der neuen Umgebung fallen lassen. Wie einst Lewis Carrols „Alice“ machte ich mich auf zu einer Reise durch das Wunderland und habe versucht, anschließend zunächst einen Blick in den Spiegel und dann dahinter zu werfen.

Die Ergebnisse meines Experiments habe ich dann in Form eines „Frauenmagazins“ gesammelt.