Die Zukunft der Werbung: Love Life!


WS 2020/21

Studierende



Projektbetreuung

Prof. Ivica Maksimovic


Studiengänge

Kommunikationsdesign


Richtung

Werbung


Projektart

Diplom

Marco-Antonio Burgard: Die Zukunft der Werbung: Love Life! Diplom Kommunikationsdesign, 2021, Single-Cover

In einem Interview mit dem Pressesprecher des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI), Reinhard Karger, sagte er mir (Die Zukunft betreffend):
“Die Minen der Zukunft sind die Müllhalden von gestern."

Angeregt durch dieses Gespräch und vielerlei Recherchen meinerseits, kam ich zu folgenden Zukunftsvisionen für 2050: - Weltbevölkerung: 9,8 Milliarden - Alle Menschen leben in Mega-Städten - Müllhalden werden autonom „geerntet“ - Autonomes Laden aller Geräte per Funk - Erste Stadt auf dem Mars errichtet - Mobilität ausschließlich elektronisch und autonom - Es gibt keine Verkehrsunfälle mehr - Internetgeschwindigkeit bei 1Tb/s - Vertausendfachte Prozessorleistung und Datenspeichergröße - Sogar das Finanzamt kann jetzt Mails empfangen - Targeting in der Werbung funktioniert sekundenschnell und perfekt - Privatsphäre ist ein Relikt.

„Moment mal... Privatsphäre ist ein Relikt?“ dachte ich mir, als meine Nachforschungen über die Zukunft langsam ins Stocken kamen. Wenn perfektes Targeting von Werbeanzeigen perfekt funktioniert und sich sekündlich anpasst, ist dann eine Idee noch wertvoll? Oder geht es dann in der Werbung wirklich nur noch darum, den passenden Inhalt der richtigen Person zum perfekten Zeitpunkt anzuzeigen? Möchte ich in dieser Welt noch Kommunikationsdesigner sein? So, als würde mir das Universum eine Antwort auf die Frage schicken, passierte dann etwas, was die Welt und vor allem meine Arbeit und meine finanzielle Sicherheit komplett aus den Angeln hob.

COVID-19

Innerhalb eines Monats verlor ich alle Aufträge, die mich die letzten sieben Jahre ernährt und es mir erlaubt haben, ein Studium an der HBKsaar durchzuführen. Innerhalb eines Monats wusste ich von jetzt auf gleich nicht mehr, wie ich weder meine Miete noch mein Essen zahlen sollte. Dies, und die durch meine Nachforschungen zur Zukunft erlangte Erkenntnis, in welchem Beruf ich mich in 30 Jahren befinden werde, riss mir den Boden unter den Füßen weg, und ich begann, mich nach und nach zu verschließen. Der Werbung gegenüber, der Arbeit und der Welt.

Nach ein paar Wochen Selbstmitleid und Ohnmacht fing ich an, mich wie von selbst wieder mehr für etwas zu interessieren, dass ich die letzten Jahre über nur nebenbei und eher passiv geschaffen habe: Musik. Musik zu produzieren, zu singen und Texte zu schreiben, riss mich wieder aus meiner depressiven Phase heraus. Das half mir, wieder einen Sinn zu sehen. Es half mir, nachts wieder einzuschlafen, weil ich einen Grund hatte, morgens wieder aufzustehen. Mit Hilfe meines betreuenden Professors, Herrn Prof. Ivica Maksimovic, und Dipl. Designer Pablo Riedinger als weiteres Mitglied der Prüfungskommission, entschied ich mich, von der Zukunft der Werbung im Allgemeinen abzusehen und mich auf meine eigene Zukunft und meine eigene Werbung bzw. Kommunikation zu konzentrieren. Ich wollte ein Album schaffen und es selbst produzieren, zusätzlich Musikvideos herstellen und gleichwohl das Marketing sowie die Werbung dafür übernehmen.

Trotz der allmählichen Erkenntnis über Umfang und Arbeitsaufwand dieser Mammut-Aufgabe, begann ich wieder Freude bei der Arbeit zu verspüren und konnte die während meines Studiums erlernten Fähigkeiten nun frei entfalten. Unabhängig von Geld, Zeit und vor allem Auftraggebern. Ich war mein eigener Auftraggeber, schuf meine eigenen Deadlines, Vorstellungen und Ansprüche. Vor allem aber kam ich aus dem Stillstand heraus und schuf meine eigene Zukunft. Denn Zukunft ist genau jetzt.