Die Ungleichzeitigkeit der Gleichzeitigkeit


SS 2017

Studierende

Carlotta Weiser


Studiengänge

Kommunikationsdesign


Projektart

Diplom

Was bedeutet Gleichzeitigkeit überhaupt?
Wer oder was bestimmt, dass etwas gleichzeitig abläuft?

Mit dieser Fragestellung als Hintergrund bin ich auf die Ungleichzeitigkeit der Gleichzeitigkeit gestoßen. Gleichzeitigkeit kann nicht ohne eine gleichzeitige Ungleichzeitigkeit existieren. Wir Menschen orientieren uns meist nur an dem, was für unser Auge sichtbar ist. Jedoch eröffnet uns die Macht des Wissens und die Wahrnehmung durch neue Perspektiven ein noch weiteres Feld der Gleichzeitigkeit.

In meiner Arbeit geht es um Geschichten, die von Zeit und Gleichzeitigkeit handeln. Geschichten, die Fragen aufwerfen, irritieren und, mit der Publikation als Hintergrund, immer wieder einen neuen Standpunkt aufzeigen.
Eine gut erzählte Geschichte verkürzt das Zeitempfinden seines Empfängers. Mit der Weitererzählung und insbesondere der mündlichen Weitergabe verändert sich die Geschichte immerzu und wird zu vielen neuen Geschichten. Die subjektive Aufnahme und Assoziation eines jeden lädt die Empfänger ein, selbst Erzähler zu werden. Sie spinnen und verbreiten die Geschichte weiter. Die Geschichte existiert somit gleichzeitig an vielen Orten. Aufgrund der Unschärfe der Weitergabe besitzt die Geschichte jedoch innerhalb ihrer gleichzeitigen Existenz eine Ungleichzeitigkeit.

Die Ausstellung fungiert als Brücke zwischen Theorie und praktischer Anwendung. Die Zeit wird als Raum, als vierte Dimension konstruiert, in welchem Perspektivenwechsel sichtbar gemacht werden und der Betrachter in seinem zeitlichen Dasein durch sein Zeitempfinden involviert wird.