Des kaasch vergesse - Wenn Großeltern erinnern


SS 2016

Studierende

Marion Kentischer


Studiengänge

Kunsterziehung


Richtung

Zeichnung
Audiovisuelle Kunst/sound art
Medienkunst


Projektart

Abschlussarbeit Lehramt

Man entwirft einen Ort, einen Raum, in dem sich die Personen aufhalten. Jeder erschafft sich eigene Protagonisten. Immer wieder tauchen sie in verschiedenen Erinnerungen auf. Sie werden augenblicklich erwachsen und sind dann doch wieder Kinder. Man wird von einer Geschichte in die nächste geworfen, ist Beobachter der Szene, versunken in der Vorstellung.
Versunken in der eigenen Vorstellung.
In meiner Arbeit habe ich dokumentiert, gesammelt, sortiert: Erinnerungen. Meine Großeltern erzählten aus ihrem Leben und ich hielt ihre Erinnerungen fest. In einem Buch.
Das Buch fasst verschriftlichte Sequenzen aus vorangegangenen, ursprünglichen Tonaufnahmen. Auf etwa 200 Seiten stehen zwischen einzelnen leeren Seiten die im Dialekt verfassten Geschichten. Einem nicht heimischen Sprecher wurde das Lesen und Verstehen der Texte durch einen Alemannisch-Sprachkurs ermöglicht. Ergänzend entstanden Zeichnungen, die meine Großeltern porträtieren. Sie erfassen einzelne Gesichtspartien, zeigen nie ein gesamtes Gesicht. Mal sind sie realitätsnah, mal blind angefertigt.
Mit den Zeichnungen halte ich eine Person visuell fest, fange einen Ausdruck ein. Die Geschichten sind kleine Erinnerungsstücke, Souvenirs eines Lebens. Ich versuche zu bewahren, zu konservieren. Mein Dokumentieren, mein Arbeiten ist ein Versuch etwas festzuhalten, was nicht festgehalten werden kann: die Zeit.
In der schriftlichen Dokumentation gehe ich genauer auf meine Arbeit ein und stelle einen Bezug her zu Christian Boltanski sowie zur Ästhetischen Forschung.

Abbildungen