Alles kalter Kaffee


Ein Erscheinungsbild für kaltgebrühten Kaffee
SS 2017

Studierende

Jan Sahner


Studiengänge

Kommunikationsdesign


Richtung

Corporate- und Socialdesign


Projektart

Diplom

Kalter Kaffee – klingt erstmal langweilig, für manche vielleicht sogar abstoßend.

Denn kalter Kaffee wird umgangssprachlich gerne dafür verwendet, die Uninteressantheit oder Irrelevanzeiner Sache hervorzuheben. Umso überraschender war es für mich, während eines Aufenthaltes in Barcelona, immer wieder über Cafés und kleine Kaffeeröstereien zu stolpern, die kalten, schwarzen Kaffee anboten.
Von der Neugier gepackt, kaufte ich mir also eine Flasche »Coldbrew«, inklusive Strohhalm, und probierte dieses mysteriöse, schwarze Getränk. Es war überraschend –erwartete ich doch zwar kalten, aber sehr bitteren und kräftigen Kaffee. Kaffee war es auch, nur so ganz anders als ich ihn bisher kannte. Nicht bitter, eher mild und frisch, mit den Aromen, die ich bisher nur aus Beschreibungen von Verpackungen kannte.
Später recherchierte ich erstmal, was es mit diesem Begriff »Coldbrewed/ Kaltgebrüht« auf sich hatte, da mich dieser doch stutzig machte. Mit »brühen«, was bedeutet, etwas mit heißem Wasser zuzubereiten, hat das ganze dann auch gar nichts mehr zu tun. Hier wird der Kaffee über mehrere Stunden in kaltem Wasser angesetzt und später gefiltert. Das Endprodukt ist ein schwarzes Kaffeegetränk, dass leicht und bekömmlich schmeckt und gerade bei hohen Temperaturen für eine willkommene Erfrischung sorgt.
Zurück in Saarbrücken suchte ich fast schon verzweifelt nach einem »Kaltgebrühten«, musste aber feststellen, dass diese Art der Zubereitung in Deutschland nahezu unbekannt ist. Erhältlich sind »Cold Brews« von Großkonzernen wie z.B. Starbucks und Nestlé, die allerdings neben kalt extrahiertem auch herkömmlich gebrühten Kaffee sowie viele weitere Inhaltsstoffe wie Zucker und Konservierungsmittel enthalten. Einen echten, kaltextrahierten Kaffee, der auch nur das ist, Kaffee und Wasser, sonst nichts, gab es hier nicht.
Weil also nichts meinen Ansprüchen an einen echten, kalten Kaffe entsprach, begann ich damit mir in Töpfen und Karaffen in der WG-Küche selbst Kaffee »kaltzubrühen«. Das Kaltbrühen wurde so zu einem fast alltäglichen Ritual, bei dem ich viel über Kaffee und das Kaltextrahieren gelernt habe. Freunde, Kommilitonen und Mitbewohner, die davon probierten, waren fast alle genauso fasziniert und begeistert wie ich. Das bestärkte mich in meinem Vorhaben und so entstand die späte, aber doch naheliegende Idee, ein Erscheinungsbild für den kaltgebrühten Kaffee zu entwerfen.