Das Bild der Frau von heute bis gestern


Diplom 2018

Studierende

Laura Müller


Studiengänge

Kommunikationsdesign


Projektart

Diplom

1949 »Wie kann ein Mensch sich im Frau-Sein verwirklichen?« Simone de Beauvoir

2016 »Der Feminismus meines Vaters ist ein starker Grund dafür, warum ich heute die Frau bin, die ich bin.« Ivanka Trump

Als ich 2016 diesen Ausspruch Ivanka Trumps zum ersten Mal in der Huffington Post las, war ich schockiert und amüsiert zugleich – erscheint mir der mächtigste Mann der Welt doch als demokratisch gewählter Ausdruck eines reaktionären Gegenangriffs auf die Frauenrechte. Dass sich die Tochter des US-Präsidenten über das Feminismus-Verständnis ihres Vaters definiert und sich darüber hinaus als Marke präsentiert, wirkt im Weltkontext gesehen grotesk und besorgniserregend. In Zeiten, in denen der Feminismus mit etlichen Vorurteilen zu kämpfen hat, zugleich aber längst in der Popkultur und den Modeketten angekommen ist, stellte ich mir daher die Frage: Wie steht es eigentlich um das Bild der Frau in der Gesellschaft? Das Ergebnis ist eine Bestandsaufnahme von heute bis gestern. Mir war es wichtig, dass meine Arbeit keinen belehrenden oder selbstgefälligen Unterton aufweist, sondern, dass meine Recherche möglichst großflächig das Bild der Frau in unserer Gesellschaft darstellt und dokumentiert.

Da ich das Bild der Frau durch verschiedene Medien hinweg »abgescannt« habe, erschien mir ein Scanner als Werkzeug das passende Mittel. Auch das beschränkte Format eines Scanners funktionierte gut als Metapher für unsere gesellschaftlichen Konventionen. Ich fing also an zu experimentieren, und es entstanden ganz neue Bildwelten, die wiederum thematisch den durch die Recherche entstandenen «Kacheln« zugeordnet werden können.

Mir war es wichtig, dass meine Arbeit keinen belehrenden oder selbstgefälligen Unterton aufweist, sondern dass meine Recherche möglichst großflächig das Bild der Frau in unserer Gesellschaft darstellt und dokumentiert. Allerdings musste ich über die zwei Diplomsemester feststellen, dass eine kritische Auseinandersetzung mit den Themen Feminismus, Emanzipation, Sexismus etc. allgegenwärtig ist. Dieser Arbeitsprozess hat mich stark sensibilisiert, nicht zuletzt auch gegenüber dem latent vorherrschenden Alltagssexismus, der mich immer wieder umgibt. Ich empfinde einen freien und offenen Umgang mit diesen Themen nach wie vor als sehr wichtig und notwendig, denn:

»Alles ist schöner, wenn es freiwillig ist und bewusst selbst gewählt, und dazu muss man die Alternativen zumindest kennen.« Margarete Stokowski