Peter und Luise Hager-Preis 2021 – Wissen


1. Preis: Polina Trishkina »Das Salz der Erde«; 2. Preis: Seokjin Hong »Drin«; 3. Preis: Marius Buck »treiben«

SS 2021

Die Peter und Luise Hager-Stiftung lobt seit 2012 gemeinsam mit der Hochschule der Bildenden Künste Saar Preise aus, die herausragende Studierende der HBKsaar für ihre künstlerischen und gestalterischen Projekte und Entwicklungen auszeichnen.

Aufgabenstellung der aktuellen Wettbewerbsausschreibung war die künstlerische und gestalterische Auseinandersetzung mit dem Thema „Wissen“. Die Studierenden haben die Herausforderung des „großen“ Themas angenommen und präsentierten nachdenkliche, auch überraschende Arbeiten, deren Spektrum von der Auseinandersetzung mit Platons Höhlengleichnis über eine Erfindung Leonardo da Vincis bis hin zu einem Eintrag bei Wikipedia reicht.

Aus allen Einreichungen wählte die Jury neun Positionen aus, die im Rahmen einer Ausstellung vom 13. bis 24. April in der Galerie der HBKsaar zu sehen waren. 

Ausstellung mit Arbeiten von
Marius Buck, Miriam Dockendorf, Julia Gerhards, Seokjin Hong, Jihoon Jung, Hwakyeong Kim, Kyungju Kim, Polina Trishkina, Felicitas Zenke

Bei der Preisverleihung, die am 13. April 2021 via Live-Stream stattfand, wurden die drei besten Arbeiten mit dem Peter und Luise Hager-Preis über jeweils 1.000 Euro ausgezeichnet. Alle weiteren Ausstellungsteilnehmer*innen erhielten eine Aufwandsentschädigung von je 500 Euro.

Die ausgezeichneten Arbeiten

In Polina Trishkinas Arbeit „Das Salz der Erde“ (1. Preis) ist in einem zweijährigen Verdunstungs-Prozess aus einem in eine Steinsalzlösung getauchten Buch eine Skulptur geworden. In dem von Salzkristallen überzogenen Buchobjekt trifft das Konservierungsmittel Salz auf das kulturelle Konservierungsmittel Buch, in dem Jahrhunderte altes Wissen gespeichert ist: „Wer weiß? Vielleicht kommt irgendwann das Meer wieder in unsere Städte, nimmt Museen, Bibliotheken, alle unsere Artefakte und konserviert alles in einem gigantischen Salzdom.“ (P. Trishkina)

Seokjin Hongs Installation "Drin" (2. Preis) verbindet die Projektionstechnik eines Overheadprojektors mit einem darüber gehängten Glaskugel-Spiel. Was sieht man in der Projektion an der Wand: Einzeller unter dem Mikroskop? Fischeier im Wasser? Gedankenblasen im Gehirn? Die Arbeit greift Fragen auf, die in dem bekanntesten „Bild“ einer Projektion aus der Philosophiegeschichte zum ersten Mal gestellt wurde, dem Höhlengleichnis: Was können wir überhaupt wissen und was sind die Grenzen und Beschränkungen unserer eigenen Erkenntnismöglichkeiten?

Wie findet theoretisches Wissen seinen Weg in die praktische Anwendung? Für seine Arbeit „DaVinciPowerHammer“ hat sich Marius Buck (3. Preis) von Konstruktionszeichnungen von Leonardo da Vinci anregen lassen. Entstanden ist eine digital gesteuerte elektromechanische, Klang produzierende „Maschine“. Eine schneckenförmige Scheibe hebt eine Stange mit verdicktem Kopf an und lässt sie auf eine gepolsterte Scheibe fallen: aus Mechanik wird Klang. Für seine Installation hat Marius Buck das Wissen der Renaissance mit ganz aktuellem zusammengebracht: Gesteuert wird die Installation über den digitalen Code eines Mikrocontrollers.