Peter und Luise Hager-Preis 2018


WS 2017/18


Studierende

Lukas Ratius
Christine Reisen
Nina Andrea Kronenberger
Mathias Aan‘t Heck
Frederic Zenner
Nadiya Morenko
Jenny Tran
Katrin Pape
Esther Ramsbrock
Luise Talbot
Sarah Niecke
Johanna Schlegel
Felix Bronko Noll

Evi Hager, die Stiftungsvorsitzende der Peter und Luise Hager-Stiftung, überreichte zur Ausstellungseröffnung in der Galerie der HBKsaar am 2. Februar die Auszeichnungen für die drei überzeugendsten Wettbewerbsbeiträge zum diesjährigen Peter und Luise Hager-Preis. Der von der Peter und Luise-Hager-Stiftung gemeinsam mit der Hochschule der Bildenden Künste Saar ausgelobte Preis zeichnet herausragende Studierende der HBKsaar für ihre künstlerischen und gestalterischen Projekte und Entwicklungen aus. Die Aufgabenstellung der bereits zum siebten Mal veranstalteten Ausschreibung war in diesem Jahr die künstlerische und gestalterische Auseinandersetzung mit dem Thema „Kontakt“. Die Medien, mit denen das Thema dargestellt oder behandelt werden konnte, waren dabei für die Studierenden frei wählbar.

Aus allen 47 Einreichungen wählte eine Jury elf Positionen aus, die zum Rundgang 2018 im Rahmen einer Ausstellung in der Galerie der HBKsaar zu sehen sind. Aus diesen Ausstellungsteilnehmern ermittelte die Jury drei Preisträger, die zur Ausstellungseröffnung bekannt gegeben wurden.

 

Der Jury gehörten seitens der Peter und Luise Hager-Stiftung Frau Evi Hager als Stiftungsvorsitzende, Frau Susanne Trockle als weiteres Vorstandmitglied und Frau Gabriela Gross als Mitglied des Stiftungsrates an. Für die HBKsaar waren Prof. Sung Hyung Cho, Prof. Ivica Maksimovic und Prof. Dr. Matthias Winzen in der Jury vertreten. Weiteres Jury-Mitglied waren der kunst- und kulturwissenschaftliche Vorstand der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz, Dr. Roland Mönig, sowie als Mitarbeiterin der Saarländischen Galerie, Berlin, Dr. Andrea Weber.

 

Die Ausgezeichneten sind Lukas Ratius & Frederic Zenner (1. Preis), Felix Bronko Noll (2. Preis) sowie Jenny Tran (3. Preis).

Aus der Begründung der Jury:

 

1. Preis: Lukas Ratius, Frederic Zenner „Contactu Fungi“

Von allen Einreichungen am meisten überzeugt war die Jury von „Contactu Fungi“ von Lukas Ratius und Frederic Zenner. In der Aufmachung einer klinischen Laborsituation führen Keimkulturen vor Augen, wie viele Mikroorganismen uns tagtäglich umgeben. Sie begleiten unsichtbar viele menschliche Kontakte, vom Handschütteln über das Begrüßungsküsschen bis zum verliebten Kuss. Dabei sind Bakterien und Pilze die verborgenen, aber immer mitspielenden Kontaktstoffe.

So lebensnotwendig die Mikroorganismen für den menschlichen Körper sind, so schnell entsteht Ekel, wenn wir sie zum Beispiel auf verfaulenden Speisen sehen. In ihrer Arbeit formen Lukas Ratius und Frederic Zenner diese Ambivalenz um. Ein Handabdruck, zwei Berührungsküsschen und ein Kuss haben auf einer Keimfördernden Trägersubstanz ihre Abdrücke hinlassen. Aufblühend ergeben diese Spuren zarte Bilder von Kontakt.

 

2. Preis: Felix Bronko Noll „kontAKT“

Aus dem Thema „Kontakt“ macht Felix Noll im Titel seiner Arbeit „Kont AKT“. Er präpariert sozusagen das Wort „Akt“ aus dem Thema heraus. Dahinter steht in seinen eigenen Worten die Überzeugung, dass „gerade der ehrliche Kontakt mit dem eigenen Körper mit am wichtigsten“ ist. Das ist, wie seine großformatige Fotoinstallation zeigt, nicht narzisstisch gemeint, sondern als kritische Selbstbefragung, als Voraussetzung für echten Kontakt zu anderen.

Felix Noll hat Ausschnitte von Körperfotografien vergrößert und in verschieden Maßstäben Körperdetails zusammen gesetzt, die eigentlich nicht zusammen passen. Aber in seiner Fotoinstallation ergeben die Einzelfotografien dennoch ein eigenartig schlüssiges Gesamtbild von Spannungen und möglichen Verbindungen. So gesehen bleibt der Kontakt zwischen Menschen immer ein Puzzle, aber eines, das sich lohnt, wie die Jury angesichts der Arbeit von Felix Noll urteilte.

 

3. Preis: Jenny Tran „Die Suche“

Jenny Tran stellt das Thema Kontakt als „Suche“ dar. So lautet auch der Titel ihrer an Comics und an Frans Masereels Holzschnitte erinnernden Arbeit. Ihre Bildergeschichte erzählt vom heutigen Individuum, das den Kontakt zu anderen in der realen Welt schwer finden kann. Die digitalen Kommunikationsmittel erweisen sich nicht als Garantie für gelungene Kommunikation, für wirklichen Kontakt. Vielmehr baut das Individuum ein digitales Image von sich auf, in dem es sich selbst spiegelt und fast zu verlieren droht. Die Bildergeschichte führt diese Probleme in harten grafischen Kontrasten vor Augen und deutet schließlich eine Lösung an. Die Jury befand die Umsetzung der alten Scherenschnitttechnik als raumgreifende Installation als besonders gelungen.