Innohub an der HBKsaar: Bilanz nach der Förderphase


Nach drei Jahren kommt die Förderung des Innohubs an der HBKsaar durch den Stifterverband zum Ende. In dieser Zeit entstand an der Kunsthochschule die Genossenschaft s:coop eG, um die Gründungsszene der regionalen Kreativwirtschaft auszubauen und zu unterstützen. In einem vom Stifterverband verfassten policy paper wird Bilanz gezogen und mögliche Weiterentwicklungen für die Zukunft in Aussicht gestellt.

Was ist ein Innohub?

Innovation Hubs (kurz Innohubs) sind digitale oder analoge Experimentierräume an Hochschulen. In diesen Experimentierräumen soll gemeinsam an aktuellen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen gearbeitet werden. Der Clou dabei ist, dass die Räume möglichst offen sind: So kommen nicht nur Vertreter*innen unterschiedlichster wissenschaftlicher Disziplinen zusammen, sondern auch externe Partner*innen aus Wirtschaft, Politik, Recht, Sozialwesen und Kultur. Gesellschaftliche Akteur*innen mit unterschiedlichen Expertisen werden aktiv mit eingebunden, die Hochschulen wiederum werden zu Mitgestalter*innen der Gesellschaft. 

Förderprogramm Innovation HUBS@Campus 

Mit Innovation HUBS@Campus förderte der Stifterverband und die Dieter Schwarz Stiftung im Zeitraum 2019-2021 mehrere Innohubs an Hochschulen. Insgesamt machten 15 Hochschulen bei dem Programm mit. Am 25. März 2019 wählte eine Jury drei Innohubs aus, die mit jeweils 250.000 Euro gefördert wurden. Neben der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen am Rhein gehörte auch die Hochschule der Bildenden Künste Saar zu den glücklichen Gewinner*innen. Die HBK war die einzige Kunsthochschule, die im Programm ausgezeichnet wurde. Die anderen zwölf Hochschulen wurden jeweils mit 15.000 Euro bedacht. 

“Die Förderung durch das Innovation HUBS@Campus gibt uns die Möglichkeit, einen Experimentierraum im Kontext unserer Hochschule aufzubauen, in dem sowohl unsere Lehrenden als auch unsere Studierenden an möglichst zukunftsweisenden Fragestellungen arbeiten können. Als transformative Hochschule ist es uns wichtig, mit unserem kreativen Schaffen sowohl in die Stadtgesellschaft hinein zu wirken als auch einen Beitrag zur Entwicklung der Großregion zu leisten. Das Genossenschaftswesen bietet dafür großartige Entwicklungsmöglichkeiten”, so Prof. Dr. phil. Christian Bauer, Rektor der HBKsaar.

s:coop eG an der HBKsaar 

Die Idee zur Teilnahme am Förderprogramm entstand an der HBKsaar im Rahmen einer Lehrveranstaltung. Hier entwickelte sich der Gedanke einer Genossenschaft als Basis für unternehmerisches Probehandeln. Die Genossenschaft als Gesellschaftsform bietet dabei einen vorteilhaften Handlungsrahmen, in dem sich Soloselbstständige auf Augenhöhe organisieren können. Denn die Selbstständigkeit ist ein häufiger Karriereweg von Absolvent*innen der Kunsthochschule, bietet jedoch oftmals nur einen unzureichenden Rechts- und Arbeitsschutz. In der Genossenschaft jedoch kann jedes Mitglied nicht nur eine entsprechende Absicherung erhalten, sondern ist zugleich auch Mitbesitzer*in. So können Alumni nach dem erfolgreichen Abschluss in einem geschützten Rahmen ihre Projekte und Karrierewege entwickeln.
Weite Infos zu s:coop eG

 

Wie geht es weiter?

Mittlerweile zählt die s:coop bereits 35 Mitglieder, Tendenz steigend. “Wir wollen uns in Zukunft noch stärker auf das Agenturgeschäft und somit die Kompetenzen unserer Mitglieder konzentrieren,” teilt Hannes Käfer, Vorstandsmitglied der Genossenschaft und Lehrender an der HBKsaar mit, “es geht uns darum, Wissen aufzubauen, weiterzugeben und zu vernetzen.” So sollen Kreativschaffende z.B. Unterstützung im Bereich Professionalisierung erhalten. “Wir möchten, dass die Absolvent*innen nach dem Studium hier in der Region bleiben, um sich im besten Fall gemeinsam etwas aufzubauen und Transformationsprozesse kollaborativ mitzugestalten”, so Käfer. Dafür sei eine erfolgreiche, strukturelle wie finanzielle Verstetigung des Innovationsorts s:coop ausschlaggebend. So kann der Innohub zu einem Förderort für die saarländische Kreativwirtschaft werden, ein Ort des Machens, der unterschiedlichsten Akteur*innen aus allen Bereichen und Wirtschaftszweigen offen steht.

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